Der Schützenbund
Die Geburtsstunde des Osnabrücker Schützengau ist der 24. April 1924, als sich Schützenvereine aus der Stadt Osnabrück und den umliegenden Gemeinden beim Schützenbruder Karl Ellinger an der Johannismauer in Osnabrück trafen, um den Schützengau Osnabrück zu gründen. Damit sollte die unmittelbare Mitgliedschaft von Personen und Vereinen im Westfälischen Schützenbund beendet werden. Der Gründungsversammlung war ein Aufruf der Schützen aus dem Osnabrücker Land unter Führung des Kaufmanns Heinrich Fieselmann vorausgegangen: „Das alte deutsche Schützenwesen will sich neu gestalten, um wieder eine Pflegestätte des Schießsports und der Sammelplatz echten deutschen Bürgersinns zu werden. Zur Hebung des deutschen Schützenwesens ist zunächst der Deutsche Schützenbund, der sich über ganz Deutschland erstreckt, gegründet worden. Dieser wird seit längerer Zeit unterteilt in einige große Schützenbunde und Schützenbezirke.“
Heinrich Fieselmann warb bei zahlreichen Vereinen in Stadt und Land Osnabrück für die Idee der Gründung des Schützengau, und so konnte schon im Gründungsjahr das erste Gauschießen veranstaltet werden, das vom Neustädter Schützenverein von 1887 geplant und organisiert wurde.
Gehörten dem Schützengau 1924 zahlreiche Vereine mit insgesamt 1000 Mitgliedern an, so
soll er 1927 schon 5000 Mitglieder gehabt haben. Damit war der Osnabrücker Schützengau der zweitgrößte Verband im Westfälischen Schützenbund.
Das 2. Gauschießen fand ein Jahr später in Dissen statt, führte dort zu einer großen Begeisterung und zur Anlegung einer großzügigen und modernen Schießanlage. In Dissen sicherten sich die Mitglieder des Schützenvereins Badbergen den Wanderpreis des Schützengau. Das Gauschießen am 1. August 1926 auf der Schützenburg in Osnabrück
wurde zusammen mit dem 1. Osnabrücker Bundesschützenfest ausgeführt.
Wichtiger Tagesordnungspunkt der Sitzungen des Gauvorstandes in diesen Jahren war die Neuaufnahme von Schützenvereinen. So fiel z.B. am 8. Mai 1927 der Beschluss zur
Aufnahme des Bürgerschützenvereins Erpen und der Schützenvereine Aschen, Westbarthausen, Nolle, Erpen-Timmern, Quakenbrück und Heidland-Strang.
Wie stolz die Mitglieder des Osnabrücker Schützengau in jenen Tagen auf ihre Arbeit waren, lässt sich auch an dem Preisgeschenk ablesen, dass die Schützen zum 18. Deutschen Bundesschießen vom 16. bis 24. Juli 1927 mit nach München nahmen. Zur Unterstützung des heimischen Kunstgewerbes und zur Schaffung eines wertvollen Preises ließen sie vom Osnabrücker Bildhauer Ludwig Nolde eine wunderschön geschnitzte Holzfigur schaffen, die einen nachdenklichen Schützen nach dem ersten Schuss darstellt.
In das Jahr 1927 fiel auch der 97. Geburtstag von Heinrich Hinrichs, dem damals ältesten deutschen Schützen. Heinrich Hinrichs war 1830 in Dissen geboren und schon mit 19 Jahren
in die Dissener Schützengesellschaft eingetreten.
Die aufstrebende Arbeit des Osnabrücker Schützengau wurde 1928 mit der Ausrichtung des
27. Westfälischen Bundesschießens in Osnabrück belohnt. Im Jahr 1928 begannen auch die Planungen zum Bau einer neuen Schützenburg in Osnabrück.
Am Delegiertentag am 3. Februar 1929 haben dem Schützengau 37 Schützenvereine mit
4000 Mitgliedern angehört. Daran erkennbar ist aber auch, dass sich eine große Zahl von Schützenvereinen dem Schützengau noch nicht angeschlossen hatten.
Im Krisenjahr 1929 war neben dem Gauschießen Höhepunkt das Osnabrücker Bundesschützenfest. Schon am ersten Tag säumten mehr als 30.000 Besucher den Festplatz an der Schützenburg. Beim Kindervolksfest marschierten über 5.000 Kinder mit Fahnen und Emblemen im Festzug mit.
Gemeinsam mit dem Schützenfest in Melle fand 1930 das Gauschützenfest im Grönegau statt. 1930 verstarb im Alter von fast 100 Jahren der damals älteste Schütze Heinrich Hinrichs.
Anfang der 1930er Jahre begann die Einmischung der Politik in das Schützenwesen. Der gesamte Vorstand des Schützengau sah sich 1932 veranlasst, einen Aufruf in der Zeitung „Schützenwarte“ zur Wahl des Reichspräsidenten zurückzuweisen und die politische
Neutralität der Schützen hervorzuheben.
1934 trennten sich zum Leidwesen der Osnabrücker Schützen aufgrund politischer Veränderungen die Wege des Westfälischen Schützenbundes und des Schützengau Osnabrück. Die Osnabrücker wurden als Bezirk Osnabrück dem Schützengau Nordsee angegliedert.
Nach der erzwungenen Auflösung der Schützenvereine 1945 dauerte es bis zum Jahr 1951, dass die Arbeit im Schützengau Osnabrück wieder aufgenommen werden konnte.
Wieder war es Heinrich Fieselmann, der den Grundstein zur Neugründung legte.
Am 8. April 1951 fand im Osnabrücker Gasthof „Grüner Jäger“ eine Besprechung statt, die zur Gründungsversammlung erhoben wurde.
Bereits 1956 gehörten dem Gau schon wieder 123 Vereine an. Auf dem Delegiertentag 1967 wurde ein Mitgliederbestand von 18.000 bekannt gegeben.
Vom 1. bis 4. Mai 1986 fand in Osnabrück der Deutsche Schützentag statt, in dessen Rahmen auch die Feiern anlässlich 125 Jahre Deutscher Schützenbund abgehalten wurde. An diesen Tagen konnten Schützen aus allen Teilen der Bundesrepublik Deutschland in Osnabrück begrüßt werden.
Das Jahr 1991 sah mit den Feiern „550 Jahre Osnabrücker Schützen“ auch das 9. Bundestreffen der Schützen, ein Traditionstreffen der ältesten deutschen Schützenvereine im Deutschen Schützenbund.
Anlässlich des Jubiläums „350 Jahre Westfälischer Friede“ wurden vom 8. bis 10. Mai 1998 die Nordwestdeutschen Schützentage in Osnabrück ausgerichtet, zu denen Abordnungen von Schützen aus ganz Europa begrüßt werden konnten. Auch der Präsident des Deutschen Sportbundes, Manfred von Richthofen, und Josef Ambacher, Präsident des Deutschen Schützenbundes, waren in Osnabrück zugegen.
Am 30. Oktober 1999 feierte der Bezirksschützenverband Osnabrück-Emsland -
Osnabrücker Schützengau e.V.- mit einem Festakt in der Jesus-Christus-Kirche in Bad Rothenfelde sein 75-jähriges Jubiläum. Nach einem ökumenischen Gottesdienst hielten Bundestagsvizepräsident Rudolf Seiters und Landrat Manfred Hugo viel beachtete Festansprachen unter dem Motto:
„Sie schauen dankbar auf 75 Jahre ihres Bestehens zurück, gehen mutig in das dritte Jahrtausend und blicken gläubig aufwärts.“
Präsidenten des Bezirksschützenverbandes Osnabrück-Emsland-Osnabrücker Schützengau
und heutigen Schützenbundes Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim
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Gründungspräsident 1924 und Wiedergründungspräsident 1951 Heinrich Fieselmann 1924 – 1956 |
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Wilhelm Wichering 1956 – 1957 |
Kurt Kirschbaum 1957 – 1963 |
Heinrich Brouwers 1963 – 1967 |
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Edmund Becker 1967 – 1978 |
Arnulf-Dankwardt Buchweitz 1978 – 1989 |
Wilhelm Hesse 1989 - 2002 |
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Ernst-Adolf Busse 2003-2008 |
Heinrich Burghard Seit dem 27. September 2008 |
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Die Ehrenmitglieder des heutigen Schützenbundes Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim haben sich in vielen aktiven Jahren große Verdienste um unser Schützenwesen erworben. Unsere Ehrenmitglieder, deren Fotos sich auf der Internet-Seite „Gesamtpräsidium“ befinden, sind
- Ehrenpräsident Ernst-Adolf Busse, Bohmte
Ehrenschatzmeister Walter Friedrich, Osnabrück
Heinrich Böschemeyer, Ostercappeln
Wilhelm Lülker, Bassum
Robert Marquard, Melle
Ludwig Schirmacher, Osnabrück
Johann Wolf, Nordhorn
Gerd Wessel, Bissendorf
Willi Ladner, Bohmte
Karl-Heinz Tormöhlen, Lotte
Gerhard Rettig, Bohmte
Helmut Schöne, Badbergen,Aschendorf
Theo Böhle,
Unseren verstorbenen Ehrenmitgliedern wollen wir stets ein ehrendes Andenken bewahren
Rudi Glasmeyer, Georgsmarienhütte, geb. 15.03.1923 gest.16.10.2001 |
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Am 25. September 2004 auf dem 46. Delegiertentag in Papenburg wurde der Osnabrücker Schützengau nun in Schützenbund Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim umbenannt.
Die Austragung von Bezirksmeisterschaften in 55 Disziplinen und Altersklassen ist heute ebenso ein besonderes Anliegen wie Wettkämpfe in der Bezirksliga und der Bezirksklasse, Pokalturniere, Aus- und Fortbildung in Lehrgängen und Kursen sowie Kaderarbeit.
Beratungen finden statt und Beschlüsse werden gefasst in Sitzungen des Jugendausschusses, des Vorstands, Präsidiums und Gesamtpräsidiums, im Sportausschuss, im Arbeitskreis Waffenrecht und alle zwei Jahre auf dem Delegiertentag.
Die Verwaltungsarbeit in der Geschäftsstelle wird vom Präsidium einschl. stellvertretende Präsidiumsmitglieder ehrenamtlich erledigt.
Höhepunkte der Geselligkeit unseres heimischen Schützenwesens sind neben den Schützenfesten und Kreisschützenfesten die jährlichen Königsbälle des Schützenbundes verbunden mit dem vorausgehenden Kaiser-, Königinnen- und Königsschießen, ebenso wie der jährliche Jugendtag und der alle zwei Jahre stattfindende Damentag.
Dem Schützenbund Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim gehören im Jahre 2005 in 234 Vereinen, gegliedert in 15 Schützenkreise, etwa 25.000 Schützenschwestern und Schützenbrüder in der Grafschaft Bentheim, im Emsland, in der Stadt Osnabrück und im Osnabrücker Land an. Mitglieder, die dem heimischen Schützenwesen die Treue halten.
Großes Vorbild ist Schützenbruder Johannes Rohjans, Jahrgang 1905, der am 19. Februar 2005 seinen 100. Geburtstag feierte.
Die Austragung von Bezirksmeisterschaften in 55 Disziplinen und Altersklassen ist heute ebenso ein besonderes Anliegen wie Wettkämpfe in der Bezirksliga und der Bezirksklasse, Pokalturniere, Aus- und Fortbildung in Lehrgängen und Kursen sowie Kaderarbeit.
Beratungen finden statt und Beschlüsse werden gefasst in Sitzungen des Jugendausschusses, des Vorstands, Präsidiums und Gesamtpräsidiums, im Sportausschuss, im Arbeitskreis Waffenrecht und alle zwei Jahre auf dem Delegiertentag.
Die Verwaltungsarbeit in der Geschäftsstelle wird vom Präsidium einschl. stellvertretende Präsidiumsmitglieder ehrenamtlich erledigt.
Höhepunkte der Geselligkeit unseres heimischen Schützenwesens sind neben den Schützenfesten und Kreisschützenfesten die jährlichen Königsbälle des Schützenbundes verbunden mit dem vorausgehenden Kaiser-, Königinnen- und Königsschießen, ebenso wie der jährliche Jugendtag und der alle zwei Jahre stattfindende Damentag.
Dem Schützenbund Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim gehören im Jahre 2005 in 234 Vereinen, gegliedert in 15 Schützenkreise, etwa 25.000 Schützenschwestern und Schützenbrüder in der Grafschaft Bentheim, im Emsland, in der Stadt Osnabrück und im Osnabrücker Land an. Mitglieder, die dem heimischen Schützenwesen die Treue halten.
Großes Vorbild ist Schützenbruder Johannes Rohjans, Jahrgang 1905, der am 19. Februar 2005 seinen 100. Geburtstag feierte.
Johannes Rohjans, hier im Kreise von Gratulanten, war bereits 1928 Mitglied im Vorstand des Schützenvereins Lorup, 1960 bis 1980 Präsident und ist seit 1980 Ehrenpräsident des Schützenvereins Lorup. Mit einer langjährigen Tätigkeit als Kreissportleiter des Schützenkreises Altkreis Hümmling hat Schützenbruder Johannes Rohjans sichtbar die Verbindung zwischen Tradition und Schießsport hergestellt.

















